In diesem Beitrag geht es um die zeitweise unbeschränkte Steuerpflicht, d.h. um die Besteuerungsfolgen, wenn während des Kalenderjahres die unbeschränkte Steuerpflicht durch Wegzug aufgegeben oder wenn während des Kalenderjahres die unbeschränkte Steuerpflicht durch Zuzug begründet wird.
Video begleitend zum Beitrag :
Die zeitweise unbeschränkte Steuerpflicht – Begründung/Beendigung der unbeschränkten Steuerpflicht
Die unbeschränkte Einkommensteuerpflicht nach § 1 I EStG wird durch den Wohnsitz nach § 8 AO oder den gewöhnlichen Aufenthalt nach § 9 AO begründet. Eine Wohnung nach § 8 AO sind alle stationären Räumlichkeiten, die auf Dauer zum Wohnen i.S. eines Unterhaltens eines Hausstandes zur Verfügung stehen. Der gewöhnliche Aufenthalt knüpft an die 183 – Tage – Regelung an. Bei Zweit – oder Ferienwohnungen, die nur in unregelmäßigen, nicht geplanten Abständen genutzt wird, fehlt es an einem erforderlichen Zeitmoment. Bei der zeitweisen unbeschränkten Steuerpflicht wird eine Veranlagung zur unbeschränkten Steuerpflicht durchgeführt, § 2 VII S. 3 EStG.
Progressionsvorbehalt
Bei der zeitweisen unbeschränkten Steuerpflicht wird jedoch für die ausländischen Einkünfte, die während der Veranlagungszeitraums nicht der deutschen Einkommensteuer unterlegen haben, der Progressionsvorbehalt angewendet, § 32b I Nr. 2 EStG. Dies gilt bei der zeitweisen unbeschränkten Steuerpflicht nur dann nicht, wenn diese Einkünfte nach einem zwischenstaatlichen Übereinkommen i.S.d. § 32b I Nr. 4 EStG steuerfrei sind.
Zeitweise unbeschränkte Steuerpflicht in der Steuererklärung
Die zeitweise unbeschränkte Steuerpflicht wird in der Einkommensteuer durch die Beifügung einer Anlage WA erklärt. Dort sind die Zeiten einzutragen, in denen die unbeschränkte Steuerpflicht vorlag und diese begonnen/geendet hat. Die ausländischen Einkünfte nach § 34d EStG sind nach den deutschen Besteuerungsregeln zu ermitteln.
Zeitweise unbeschränkte Steuerpflicht | Zuzug und Wegzug Besteuerungsfolgen!

Alle Beiträge der Kategorie „Internationales Steuerrecht“
Besteuerung von digitalen Nomaden: Probleme und Risiken
Feste Geschäftsräume und die dauerhafte Tätigkeit an einem bestimmten Unternehmensstandort verlieren insbesondere bei Selbständigen und Unternehmern in digital geprägten Berufen zunehmend an Bedeutung. Moderne Arbeitsformen ermöglichen es, die berufliche oder unternehmerische Tätigkeit weitgehend orts- Weiterlesen [...]
Grenzüberschreitende Steuergestaltung nach § 138d AO
Grenzüberschreitende Sachverhalte können nicht nur steuerliche Folgen auslösen, sondern auch besondere Mitteilungspflichten gegenüber der Finanzverwaltung. Eine zentrale Regelung enthält § 138d AO für die sogenannte grenzüberschreitende Steuergestaltung. Eine grenzüberschreitende Gestaltung ist jedoch nicht automatisch Weiterlesen [...]
Unternehmensbewertung nach IDW S 1
Die Unternehmensbewertung nach IDW S 1 gehört zu den in Deutschland etablierten Ansätzen zur Ermittlung von Unternehmenswerten. Eine Unternehmensbewertung kann insbesondere bei Unternehmenskäufen und -verkäufen, Unternehmensnachfolgen, gesellschaftsrechtlichen Maßnahmen oder steuerlichen Fragestellungen erforderlich sein. Eine Weiterlesen [...]
Hinterlasse einen Kommentar